Wir alle kennen den Satz „Heute mache ich einfach mal nichts“ von irgendwem in unserem Freundes und Bekanntenkreis. Sich sanft in einer Hängematte schaukelnd dem geistigen Flanieren hingeben, ein wenig vor sich hin dösen und dabei verträumte Fantasien wahr werden lassen, einfach mal die Zeit verstreichen lassen. In einem spannenden Experiment der Universität von Virginia bot man Probanden genau diese Chance, denn man bat sie doch einfach mal in einem Raum einzig mit einem Stuhl möbliert überhaupt gar nichts zu tun.

Jedoch halten die Menschen die vermeintlich selige Ruhe nicht allzu lange aus, denn viele brachen das Experiment bereits nach knapp sechs Minuten ab. Unser Gehirn lechzt jedoch gierig nach eben diesen Ruhephasen. Ohne Pausen ist es nicht mehr in der Lage kreative Ideen zu produzieren, wir beginnen zu funktionieren, verlieren den Spaß, die Muße und alles potenziert sich in immer dramatischere Sphären.

Doch vielleicht war es der triste Versuchsraum, welcher die Probanden zu keinerlei gedanklicher nichts-tun Höchstleistung befähigte. Das Ergebnis war jedoch nicht etwa genau das Gleiche, nein es gaben einige Versuchsteilnehmer sogar zu durch das Smartphone oder Musik geschummelt zu haben. Mit dem Alter hat es übrigens ebenfalls nichts zu tun, da sowohl junge als auch alte Teilnehmer gleichermaßen das Nichtstun verlernt zu haben scheinen.

Tipp 1: Lerne, auch einmal nichts zu tun!

Wer sein Gehirn jederzeit auf Vollgas laufen lässt, der wird ziemlich schnell feststellen, dass die Motoren auch einmal geölt werden müssen, eine Tankstelle für weiteren Treibstoff aufgesucht und ein Rastplatz für eine Pause angefahren werden muss. So wie der gemeine Deutsche mit seinem Auto verfährt, so sollten wir mit unserem Körper ebenfalls umgehen. Wieso gönnen wir uns keine Ruhepausen und müssen immer 110% geben?

Um nachdenken zu können benötigt es Ruhe und Muße! Sieht man sich mit einem Problem konfrontiert, löst es sich selten mit derselben Herangehensweise mit der es entstanden ist. Ebenfalls kann es im Hamsterrad der Arbeit nicht kreativ beseitigt und angegangen werden.

Sicherlich haben sich viele Menschen schon gefragt, wieso sie den Spaß an alltäglichen Dingen verloren haben. Wieso die Muße fehlt für Hobbies, welche vor Jahren doch noch Spaß gemacht haben. Wenn die Lösung ebenso simpel wie einfach umzusetzen wäre, würden wir sie dann auch tatsächlich umsetzen? Oder doch erst morgen,…?

Jetzt ist die beste Zeit einmal nichts zu tun! Nach diesem Artikel ist es zu empfehlen, einfach mal für zehn Minuten (und unter uns: das ist nicht gerade lang) nichts zu tun. Auch wenn die Gedanken abschweifen. Auch wenn die Sitzposition unbequem sein wird. Auch wenn das Geräusch aus der Nachbarwohnung ablenkt. Alles darf sein, wir geben uns einfach nur dem Moment hin. Ich bin schon jetzt gespannt, was es mit unserem Körper macht…

Die wichtigsten fünf Punkte für kreatives Nichtstun

Tipp 2: Effektiv ist, wer die richtigen Dinge tut!

Wer kennt es nicht. Der Urlaub auf den Malediven, Mallorca oder Madrid ist vorbei und die mörderischen Mappen am Schreibtisch türmen sich ins Unermessliche. Kein Kollege hat die wirklich unwichtige Arbeit übernommen. Jedoch sehr wohl die Arbeit die brennt. Und dieses Phänomen ist nicht selten. Dabei sind zwei Schlagworte in der Vorbereitung des Urlaubs unerlässlich. Zum einen ist für Effektivität delegieren unerlässlich. Nur wer stetig delegiert, sorgt für einen entspannten Urlaub. Darüber hinaus muss richtig priorisieren in Fleisch und Blut übergehen. Wer nur die dringenden aber nicht wichtigen Aufgaben abarbeitet, der schafft es zu keiner Produktivität. Viel effizienter und effektiver ist es, zuerst genau die Dinge zu bearbeiten, die auch wirklich wichtig sind! Dabei müssen diese nicht immer dringend sein.

Tipp 3: Selbstoptimierung: Mehr, mehr, mehr...

Wir leben in Zeiten der andauernden Selbstoptimierung. Die breite Masse gibt sich der Selbstverwirklichung hin, also dem höchsten Ziel der maslowschen Bedürfnispyramide. Dies ist nicht verwunderlich, da, zumindest bei uns in Zentraleuropa, die unteren Säulen längst und stetig erfüllt sind. So ist unser Bedürfnis nach Sicherheit oder sozialen Umgang stets befriedigt.

Doch mit der Ebene in der Pyramide steigen der Drang zum Optimum wie die Zahl an Perfektionisten dramatisch an. Leider geht mit dieser Entwicklung auch ein Anstieg der Burnout-Zahlen einher. Selbst in Universitäten und Schulen hält der Leistungsdruck Einzug. Gegen diesen Punkt gibt es glücklicherweise ein sehr effektives Mittel. Dieses möchte ich in den nun folgenden Zeilen erklären. Ein Leben im Mittelmaß ist per se nichts schlechtes, wenn damit eine ausgeglichene Work-Life Balance und ein glücklicheres Leben einhergeht. Der induzierte Stress fällt automatisch weg und ebnet den Weg für mehr Freiraum im Kopf und Seele. Wer täglich den folgenden Tipp beherzigt und umsetzt, wird ganz automatisch Muße erhalten und sich wieder für das Tun der Dinge an sich freuen können. Es könnte an dieser Stelle die Frage erlaubt sein, wann ich denn nun endlich diesen Trick verrate! Doch wer sich diese Frage bereits jetzt schon stellt, der macht etwas grundlegendes zur Umsetzung des Tipps falsch. Nur wer auch Dinge tun kann ohne etwas zu erwarten, der wird diese der Muße wegen tun. Können wir Artikel oder Bücher einfach nur Lesen ohne Erwartungshaltung? Ist es möglich, einen Abend zu genießen ohne im Vorfeld Erwartungen zu erstellen?